Feuerwehrjugend - Ein starkes Stück Freizeit
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Im Weißen Saal der Grazer Burg fand am Nachmittag des...

2-Tages-Übung der Feuerwehrjugend

Neun Mitglieder unserer Feuerwehr nahmen am 11. und 12.08. an der 2-Tages-Übung unserer Feuerwehrjugend teil, die nun schon zum 14. mal stattfand. Pünktlich um 07.15 Uhr traten die Teilnehmer vor dem Rüsthaus an und wurden von Jugendbetreuerin Jenny Novak hinsichtlich des Ablaufs gebrieft. Danach erfolgte die Gerätekunde am Tanklöschfahrzeug.

 

Wenig später ging es auch schon zum ersten Übungseinsatz, es galt einen vermissten Schwammerlsucher in einem Waldstück in Feisternitz aufzufinden. In der Suchkette und bewaffnet mit Wärmebildkamera und Sanitätsmaterial konnte der Vermisste rasch aufgefunden werden. Während die Erstversorgung erfolgte wurde die Korbtrage zur Einsatzstelle gebracht und der Verletzte konnte aus dem Wald gebracht und der Rettung übergeben werden.

 

Eine Funkschulugn stand am Vormittagsprogramm, zunächst wurden in der Theorie Funkgerätebedienung, Funksprache und Rufarten von Funkbeauftragtem Manfred Hartmann mit den Teilnehmern durchgegangen, bevor es zum nächsten Einsatz, dem Brand eines Gerätschuppens, kam.

 

Nach dem Eintreffen am Einsatzort und der Erkundung und Befehlsausgabe des Einsatzleiters ging es Schlag auf Schlag, eine erste Löschleitung zum schutz des Wohnhauses wurde aufgebaut, inzwischen die Zubringleitung zum Tanklöschfahrzeug vom Hydranten hergestellt. Mit einer zweiten Löschleitung hatten unsere Nachwuchsflorianis das Geschehen dann rasch im Griff.

 

Mit einer Schulung für den bevorstehenden Wissenstest und der mittäglichen "Raubtierfütterung" hatte man den ersten Vormittag dann hinter sich.

Um 13.00 Uhr ging es dann weiter mit dem praktischen Teil der Funkschulung. Alle drei Fahrzeuge fuhren zu einem Übungseinsatzort und führten dort einsatzmäßige Funkgespräche, wie das Lotsen der einzelnen Fahrzeuge zu ihren Bestimmungsorten, der Weitergabe von Einstazaufträgen und den entsprechenden Rückmeldungen. Bereits nach kurzer Zeit zeigten unsere Jugendlichen, nach einem anfänglich zaghaften Beginn, dass auch dieses Thema kein Problem für sie darstellt.

 

Noch während der Funkübung kam dann die Alarmierung zum nächsten Übungseinsatz: Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person. Unverzüglich rückte die Mannschaft zum Einsatzort aus und fand ein Unfallfahrzeug mit einer verletzten und eingeklemmten Fahrerin vor. Diese war bei Bewusstsein, also wurde eine möglichst schonende Rettung aus dem Fahrzeug durchgeführt. Nach Absicherung der Einstazstelle und dem Aufbau des Brandschutzes ging es ans Eingemachte. Mit Unterstützung erfahrener aktiver Kameraden wurde das Auto fachgerecht zerlegt und die Verletzte gerettet.

 

Nach einem schweißtreibenden fast zweistündigen Übungseinsatz, die Sonne hat nach einem trüben Vormittag wieder das Kommando am Himmel übernommen, kam bereits kurz nach dem Einrücken der nächste Alarm: Forstunfall mit eingeklemmter Person. Am Einsatzort stellte der Einsatzleiter fest, dass ein Verletzter mit dem Fuß unter einem Baumstamm eingeklemmt war. Rasch wurden die Hebekissen und entsprechende Sicherungen in Stellung gebracht, sodass die Rettung schnell von Statten ging.

Den restlichen Abend verbrachten die Kameradinnen und Kameraden dann auf der Spiel- und Sportanlage Pitschgau der Marktgemeinde Eibiswald. Es wurde gegrillt und der Fußballplatz ausgiebig genutzt, bevor es gegen 22.00 Uhr zur Nachtruhe ging und alle auf den wohlverdienten Schlaf hofften.

 

Einmal mussten unsere Jungflorianis aber noch ran, kurz vor 22.00 Uhr die letzte Alarmierung für diesen Tag, ein Fahrzeugbrand.

Nach dem Eintreffen an der Einsatzstelle wurde rasch ein Schaumangriff aufgebaut und unsere Jugend konnte, natürlich mit entsprechender Schutzausrüstung und begleitet von einem aktiven Kameraden, abwechselnd auch das Löschen eines echten größeren Feuers beüben. Nach knapp einer Stunde konnte man dann wieder ins Rüsthaus einrücken, gegen Mitternacht fanden dann alle, nachdem Ausrüstung und Mannschaft gereinigt und wieder einsatzbereit waren, doch noch ein wenig Schlaf.

 

Aber, wie sollte es bei der 2-Tages-Übung auch anders sein, wurden die Übungsteilnehmer auch diesmal wieder sehr zeitig aus den Federn geholt. Um kurz nach halb sechs Uhr morgens kam der Einsatzbefehl "Tierrettung". Ein Hase hatte Reißaus genommen und sich in einem abflussrohr verkrochen. Mit dem HD Rohr wurde das Tier versucht aus dem Rohr zu lotsen, nach anfänglichem Missverständnis zwischen Rohrführer und Hase über die Vorgehensweise gab es aber dann doch noch ein glückliches Ende.

Vielen Dank an die Fam. vlg. Pichlenz in Sterglegg, die die Übungsteilnehmer anschließend mit einem ausgiebigen Frühstück mit allem, was das Herz begehrt, versorgten!

 

Nach dem Einrücken und der Morgenhygiene startete der erste Teil des Teamwettbewerbes. Jeweils ein Jugendlicher und ein Aktiver wurden in vier Zweierteams zusammengelost und mussten unterschiedliche Aufgaben bewältigen, für die es Punkte gab.

Zunächst stand ein Zielschießen auf Verkehrsleitkegel mit C-Schläuchen am Programm, jeder hatte dabei drei Versuche und konnte unterschiedliche Punktzahlen, je nach getroffenem Kegel erringen. Im zweiten Teil musste ein C-Schlauch innerhalb von drei Minuten so oft wie möglich zusammengerollt und ausgeworfen werden, auch hier gab es pro geschaffter Runde einen Punkt.

 

Unterbrochen wurde der Bewerb nach dem zweiten Durchgang vom nächsten Übungseinsatz. Eine Ölspur galt es auf einer Privatstraße in Feisternitz zu binden. Vor Ort wurde die Einsatzstelle abgesichert, rasch konnten die geringen Mengen an fiktivem ausgelaufenem Öl gebunden werden. Weiter ging es dann mit Durchgang drei und vier des Teamwettbewerbes.

 

Im dritten Durchgang mussten gefüllte Dosen mit der Kübelspritze von einem Tisch gespritzt werden, was sich nicht für alle als ganz einfach erwies. Die verbliebene Restwassermege in der Kübelspritz wurde gewertet, stehen gebliebene Dosen ebenso.

Einen neuen Weg des Wassertransportes probierte man dann in Durchgang vier aus. Mittels Schwämmen musste Wasser aus einem Behälter aufgesaugt, diese dem Partner zugeworfen und in Eimer ausgedrückt werden. Unterschiedliche Taktiken der einzelnen Teams führten auch zu interessanten Ergebnissen, wenngleich die generell mäßigen Literleistungen bei diesem Versuch wohl eher nicht dazu führen werden, dass dies im Einsatzfall Anwendung finden wird. Ein Spaß war es auf jeden Fall und eine willkommene Abkühlung.

 

Der Mittagstisch bot an diesem Sonntag gegrillte Burger, bis dahin war glücklicherweise noch niemandem der Appetit so richtig vergangen.

Nach dem Essen und dem Aufräumen der nächste Alarm: Eine in einen Schacht gestürzte Person musste gerettet werden. Vor Ort wurde zunächst ein Ersthelfer über eine Leiter zum Verletzten geschickt. Nach kurzer Beratung entschloss man sich dazu die Person ganz einfach mit der Korbtrage, welche an der Steckleiter befestigt wurde zu retten, da der Schacht nicht allzu tief war. Zahlreiche tierische Zuschauer verfolgten das Spektakel am Hof unseres Kameraden Wolfgang Gosch mehr oder weniger interessiert. Eine halbe Stunde später konnte man schon wieder die Einsatzbereitschaft herstellen.

 

Ein Abschluss des Teambewerbes fehlte natürlich nicht. Die letzten beiden Disziplinen waren das Heben und Überstellen gefüllter Kunststoffbecher mit dem hydraulischen Rettungsgerät, welches alle Teams bravourös meisterten sowie ein Kistensteigen, bei dem die Zweierteams auf drei Getränkekisten innerhalb einer Minute sich durch weiterreichen der jeweils letzten Kiste einen Weg mit so vielen Kisten wie möglich bauen mussten.

Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass jedes Team einmal bei einzelnen Disziplinen brillierte, letztendlich entscheideten aber die Gesamtpunkte über den Sieger, dazu gleich mehr. Auf jeden Fall dürfte der Bewerb jedem Spaß gemacht haben, ein wenig Ehrgeiz gehört natürlich auch dazu.

 

Die Reinigung von Rüsthaus, Fahrzeugen und Gerätschaften stellte wie immer den Schlusspunkt dar. Zwar ist dies nicht jedermanns liebste Beschäftigung und waren die Teilnehmer dann ob der Anstrengungen der letzten beiden Tage schon etwas ermüdet, trotzdem packten natürlich alle kameradschaftlich an und waren die "Spuren" der Übung schnell beseitigt.

Bei der kurzen Abschlusskundgebung wurden dann noch die Sieger des Teamwettbewerbes verkündet. Sieger waren eindeutig Benjamin Winkler und Marcel Krampl, vor Julia Roschitz und Hans Jürgen Ferlitsch, Dritter wurden Richard Ferlitsch und Manfred Hartmann, die Lucas Peitler und Hans-Jürgen Novak auf den letzten Metern auf den vierten Platz verwiesen. Preise gab es dennoch für alle Teilnehmer, der Spaß sollte ja im Vordergrund stehen.

Damit endete die 2-Tages-Übung 2018, ein großes Dankeschön für die Ausrabeitung an unsere Jugendbetreuerin Jenny Novak, welche die Übung diesmal im Alleingang organisierete, zahlreiche Helfer sorgten im Hintergrund wieder für die Einsatzübungen. Wie immer war man sich einig, auch, wenn man heuer mit etwas weniger Teilnehmern und damit nur einer Löschgruppe das Auslangen finden musste, dass es auch im nächsten Jahr wieder diese Übung geben soll, bei der nicht nur Ausbildung und Disziplin, sondern vor allem auch Kameradschaft und Zusammenhalt im Vordergrund stehen.