25.09.2026

Erstmalige Übung im MSG Werk 3 in Hörmsdorf

Am Freitag, dem 25. September, stand für die Feuerwehren erstmals eine Übung im MSG Werk 3 in Hörmsdorf auf dem Programm. Mit mehr als 6.000 m² Bruttogeschossfläche und einer hochtechnologischen Fertigung stellt das weitläufige Industrieobjekt im Einsatzfall besondere Anforderungen an die Feuerwehr.

Um 18.40 Uhr erfolgte die Alarmierung der Feuerwehr Hörmsdorf aufgrund einer ausgelösten Brandmeldeanlage (BMA) im Werk 3. Aufgrund eines Missverständnisses wurde für unsere Feuerwehr zunächst ein scharfer Alarm ausgelöst – damit begann die Übung für unsere Einsatzmannschaft unerwartet realitätsnah.

Nach dem Eintreffen am Betriebsgelände und der ersten Erkundung wurde das angenommene Brandereignis festgestellt. Aufgrund der Lage und mehrerer vermisster Personen erfolgte daraufhin die Nachalarmierung der umliegenden Feuerwehren und weiterer benötigter Einheiten.

An der Übung beteiligt waren die Feuerwehren Eibiswald, Hörmsdorf, Lateindorf und Pitschgau-Haselbach. Zusätzlich standen das Einsatzleitfahrzeug der FF Wildbach sowie das Wechselladefahrzeug Magna mit Atemschutzcontainer im Übungseinsatz.

Drei Vermisste und Personenrettung vom Dach

Geübt wurde bewusst in weniger sensiblen Bereichen der hochtechnologischen Fertigung. Als Übungsannahme galt ein Brand im Gebäude, wobei zunächst drei Personen als vermisst gemeldet waren. Mehrere Atemschutztrupps mussten in das übungsweise verrauchte und weitläufige Objekt vordringen, die vermissten Personen auffinden und ins Freie retten.

Eine weitere Herausforderung wartete am Dach des Gebäudes: Dort befanden sich zwei weitere Personen, die ebenfalls aus ihrer angenommenen Notlage gerettet werden mussten.

Neben der unmittelbaren Menschenrettung und Brandbekämpfung lag ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Organisation des Einsatzes. Gerade bei einem Objekt dieser Größenordnung zeigte sich, wie entscheidend eine strukturierte Erkundung und die taktisch richtige Positionierung der Einsatzfahrzeuge sind. Bereits die Erkundung nimmt aufgrund der großen Distanzen entsprechende Zeit in Anspruch. Gleichzeitig müssen Atemschutz, Löschangriff und Menschenrettung möglichst rasch und koordiniert aufgebaut werden.

Löschwasserversorgung aus der Saggau getestet

Ein weiterer Übungsschwerpunkt war die Löschwasserversorgung aus der Saggau. Für den Fall eines größeren Brandereignisses wurde eine Zubringleitung von der Saggau zum Betriebsareal aufgebaut und damit dieses für die Einsatzplanung wichtige Szenario praktisch getestet.

Dabei zeigte sich auch der entsprechende Personal- und Materialbedarf: Für den Aufbau und Betrieb dieser Wasserversorgung werden alleine zwei Löschgruppen beziehungsweise deren Ausrüstung benötigt.

Erkenntnisse fließen in die Einsatzplanung ein

Die erstmalige Übung im MSG Werk 3 lieferte wertvolle Erkenntnisse. Insbesondere die Anfangsphase eines Einsatzes kann aufgrund der Größe und Komplexität des Objektes herausfordernd sein. Erkundung, Fahrzeugaufstellung, Aufbau der Einsatzleitung, Menschenrettung, Atemschutzeinsatz und Löschwasserversorgung müssen aufeinander abgestimmt werden.

Die Übung zeigte dabei einige Optimierungspotenziale auf, die nun in die weitere Einsatzplanung für das Objekt einfließen werden. Genau darin liegt ein wesentlicher Zweck solcher Übungen: Abläufe unter realistischen Bedingungen zu testen und Erkenntnisse zu gewinnen, bevor sie im Ernstfall benötigt werden.

Nach Abschluss der Übung wurden die teilnehmenden Feuerwehrkameradinnen und -kameraden im Rüsthaus Hörmsdorf versorgt.

Ein herzliches Dankeschön gilt der Firma MSG für die Möglichkeit, dieses besondere Industrieobjekt unter realistischen Bedingungen beüben zu können, sowie für die gesponserten Getränke und die Jause. Ebenso bedanken wir uns bei allen beteiligten Feuerwehren und Einheiten für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.